01.02.2010 00:00 Alter: 4 yrs

Kurt Schubert Gedächtnispreis für Präsident Marko Feingold


Die Kontaktstelle für Weltreligionen hat sich mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich, dem Forum Zeit und Glaube/Katholischer Akademiker/innenverband, dem Stift Klosterneuburg und der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit zu einem Stiftungskomitee zusammengeschlossen, um Personen, die sich um den interreligiösen Dialog besonders verdient gemacht haben, mit einem Preis zu würdigen. Diese Auszeichnung wird nach Kurt Schubert benannt, dem Nestor akademischer Judaistik in Mitteleuropa, dem Mitbegründer und langjährigen Mitherausgeber der ersten religionswissenschaftlichen Zeitschrift im Dienste der interreligiösen Verständigung in deutscher Sprache „Kairos“, dem Wegbereiter der christlich-jüdischen Verständigung.

Eine namhafte Jury wählte aus von den in Österreich anerkannten Religionsgemeinschaften nominierten Persönlichkeiten Hofrat Marko Feingold als ersten Preisträger des mit 5000 EUR dotierten „Kurt Schubert Gedächtnispreises“.

Marko Feingold, 1913 im heutigen Ungarn geboren und in Wien aufgewachsen, Überlebender mehrerer Konzentrationslager, setzte sich unermüdlich für eine Verständigung zwischen Religionen und Kulturen ein. Schon unmittelbar nach Kriegsende organisierte er Hilfe für die Menschen in den DP-Lagern Salzburgs. Als Zeitzeuge sprach er vor Schülern und Erwachsenen und beeindruckte durch seine Authentizität und Humanität. Religiöses Anliegen war ihm der Aufbau einer aktiven jüdischen Gemeinde in Salzburg, wobei er sich besonders um die Integration von Flüchtlingen aus Osteuropa bemühte. 21 Jahre lang engagierte sich Feingold als aktives Mitglied des interreligiösen Arbeitskreises im Afro-Asiatischen Institut Salzburg für den Dialog und stand in kooperierendem Einvernehmen mit Vertretern anderer Religionsgemeinschaften.

Die Verleihung des ersten Kurt Schubert Gedächtnispreises für interreligiöse Verständigung findet am 4. Februar 2010, dem 3. Todestag Kurt Schuberts, im Stephanisaal, Stephansplatz 3, 1010 Wien statt.